simpel-online
Local SEO

Der Google-Eintrag: der grösste Hebel, den fast niemand nutzt

Für einen Betrieb mit festem Standort wirkt er stärker als die eigene Website. Er kostet nichts, dauert zwei Stunden — und bei den meisten liegt er halb leer herum.

Suchen Sie sich selbst bei Google. Erscheint rechts ein Kästchen mit Karte, Öffnungszeiten und Sternen? Das ist Ihr Google-Unternehmensprofil. Wenn dort nichts erscheint, oder wenn die Angaben veraltet sind, verlieren Sie täglich Anrufe.

Warum das mehr bringt als die Website

Wer «Schreiner in der Nähe» oder «Coiffeur Winterthur» eintippt, bekommt zuerst eine Karte mit drei Betrieben. Erst darunter kommen die normalen Suchergebnisse. Für lokale Suchen entscheidet also nicht Ihre Website, wer angerufen wird, sondern dieser Kasten.

Dazu kommt: auf dem Handy sucht die Mehrheit, und dort füllt die Karte fast den ganzen Bildschirm. Wer dort nicht steht, existiert für diese Suche nicht.

Das Beste daran: Es kostet nichts ausser Zeit, und die meisten Ihrer Mitbewerber machen es nicht richtig. Nirgends sonst kommen Sie mit zwei Stunden Arbeit so weit.

Schritt 1 — Das Profil beanspruchen

Gehen Sie auf google.com/business und melden Sie sich mit einem Google-Konto an. Nehmen Sie ein Konto, das Ihnen gehört — nicht das Ihres Neffen, der damals «kurz etwas eingerichtet» hat. Sie werden dieses Konto in fünf Jahren noch brauchen.

Existiert bereits ein Eintrag, den Sie nicht angelegt haben — das kommt oft vor, Google erstellt sie teilweise selbst —, können Sie ihn beanspruchen. Die Bestätigung läuft je nach Fall über eine Postkarte an Ihre Adresse, einen Anruf oder ein kurzes Video.

Schritt 2 — Die Hauptkategorie

Das ist der wichtigste einzelne Schalter im ganzen Profil. Google entscheidet massgeblich anhand der Hauptkategorie, bei welchen Suchen Sie überhaupt in Frage kommen.

Wählen Sie so genau wie möglich. «Schreinerei» statt «Handwerker». «Physiotherapiepraxis» statt «Gesundheitsdienst». Nebenkategorien können Sie ergänzen, aber sparsam — drei gut gewählte schlagen zehn beliebige.

Ein Trick: Suchen Sie die drei Mitbewerber, die bei Ihrer wichtigsten Suche zuoberst stehen, und schauen Sie, welche Kategorie die verwenden.

Schritt 3 — Alles ausfüllen, wirklich alles

  • Adresse — exakt so geschrieben wie auf Ihrer Website. Nicht «Str.» hier und «Strasse» dort.
  • Öffnungszeiten — inklusive Feiertage. Wer an Weihnachten fälschlich als offen gilt, sammelt schlechte Bewertungen.
  • Telefonnummer und Website — dieselbe Nummer wie überall sonst.
  • Leistungen einzeln — nicht als einen Klumpen. «Küchenbau», «Einbauschränke», «Reparaturen» statt «Schreinerarbeiten aller Art».
  • Beschreibung — 750 Zeichen, in normalen Sätzen. Bringen Sie Leistung und Ort unter, aber schreiben Sie für Menschen.
  • Attribute — Parkplatz, rollstuhlgängig, Termin nötig. Kleinigkeiten, nach denen aber gefiltert wird.

Schritt 4 — Fotos, und zwar echte

Mindestens acht bis zehn: Aussenansicht (damit man Sie findet), Innenansicht, Ihre Arbeit, das Team. Keine Bilder aus einer Datenbank. Man sieht es, und es wirkt schlechter als gar kein Bild.

Handyfotos genügen völlig, wenn das Licht stimmt — am besten bei Tageslicht, ohne Blitz. Ergänzen Sie ab und zu eines. Profile, an denen sich etwas bewegt, werden bevorzugt.

Schritt 5 — Überall dieselben Angaben

Name, Adresse und Telefon müssen auf Ihrer Website, bei Google, auf local.ch, search.ch und in Branchenverzeichnissen identisch sein. Widersprüche sind einer der häufigsten Gründe für schlechte lokale Sichtbarkeit — Google wird unsicher, welche Angabe stimmt.

Schreiben Sie die verbindliche Schreibweise einmal auf und arbeiten Sie alle Stellen danach ab.

Schritt 6 — Bewertungen

Bewertungen gehören zu den stärksten lokalen Faktoren. Kaufen ist verboten und fliegt auf. Was funktioniert:

  • Direkt nach der erledigten Arbeit fragen, solange die Freude frisch ist.
  • Den kurzen Bewertungslink schicken, den Google im Profil bereitstellt. Je weniger Klicks, desto mehr Bewertungen.
  • Auf jede Bewertung antworten — besonders auf die schlechten. Eine sachliche Antwort auf eine schlechte Bewertung überzeugt mehr als zehn gute.

Die häufigsten Fehler

  • Falsche Hauptkategorie — der teuerste Fehler, und der häufigste.
  • Adresse anders als auf der Website — kostet Vertrauen bei Google.
  • Keine oder gekaufte Fotos.
  • Profil auf einem fremden Konto — Sie kommen nicht mehr dran, wenn die Zusammenarbeit endet.
  • Einmal ausgefüllt und nie wieder angeschaut.

Wie lange es dauert

Nach der Bestätigung zeigt sich meist innert zwei bis vier Wochen eine Wirkung. Das ist deutlich schneller als bei normalen Suchergebnissen, wo eher zwei bis sechs Monate zu erwarten sind. Deshalb ist das der erste Schritt, nicht der letzte.

Lieber machen lassen?

Wir richten den Google-Eintrag ein, gleichen die Verzeichnisse ab, recherchieren die Suchbegriffe und schicken nach sechs Wochen einen Bericht — einmalig, zum Festpreis, auch wenn Ihre Website nicht von uns ist.

Reden wir fünfzehn Minuten

7. September 2026 · 8 Minuten